Tisch 6 – Shoppen, Shoppen

Jährlich werden mehr als 100 Milliarden Kleidungsstücke neu produziert. Gleichzeitig wird jede Sekunde eine LKW-Ladung an Textilmüll auf einer Deponie irgendwo auf der Welt entsorgt.
So darf das nicht weiter gehen! Jede und jeder von uns kann etwas dagegen tun. Es gibt viele Möglichkeiten. Einige davon erfahrt ihr hier. Doch das ist nur der Anfang! Informiert Euch immer weiter, bleibt interessiert und tauscht euch miteinander aus. Gemeinsam können wir eine gesunde und gerechte textile Welt schaffen.

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Guppyfriend Waschbeutel

Stoppt Mikroplastik! Ja, aber warum eigentlich? Viele wissen es schon: Ein großer Teil unserer Kleidung besteht aus Chemiefasern (Link zu Tisch 4, Item 6 und Bibliothekt 1 und 6). Diese Fasern werden aus Erdöl gemacht, genauso wie Plastik. Im Laufe der Zeit lösen sich von den Textilien und Plastikartikeln kleine Teilchen ab. Das ist das sogenannte Mikroplastik. Dieses landet im Erdreich und im Wasser. Das ist ungemein problematisch, denn es dauert Jahrzehnte oder Jahrhunderte, bis sich diese Stoffe vollständig zersetzt haben. Hier setzt Guppyfriend an. Die Macher:innen haben einen Waschbeutel entwickelt. In diesen packt man all die Schmutzwäsche aus Chemiefasern und stopft sie so mit in die Waschmaschine. Die Mikroplastik-Teilchen, die sich beim Waschen von der Kleidung ablösen, werden aufgefangen. Nach dem Waschen können sie im Plastikmüll entsorgt werden.

Guppyfriend haben noch weitere Hilfsmittel entwickelt. Sehr sinnvoll ist auch der Waschmaschinenfilter. Hier werden alle Mikroplastikteilchen nach dem Waschen abgefangen, bevor sie ins Abwasser gelangen.

Und hier erhaltet ihr wichtige Tipps für umweltbewusstes Waschen.

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Das ist Anna Zeitler

Sie hat Modedesign studiert und schon während ihres Studiums begonnen, die Modeindustrie kritisch zu hinterfragen. Heute informiert und bildet sie zu Nachhaltigkeitsthemen. Sie entwickelt und hält Workshops beispielsweise über Fast Fashion und die schädlichen Auswirkungen der Modeindustrie. Mit ihr könnt ihr zudem unterschiedlichste kreative Methoden kennenlernen und ausprobieren.
Anna ist auch Aktivistin. Sie engagiert sich in der globalen Bewegung Fashion Revolution. Sie ist eine der Organisatorinnen der Fashion Revolution Week in Halle/Saale.  

Meldet euch bei Anna, wenn ihr einen Workshop machen möchtet oder etwas über Modeaktivismus wissen wollt. Sie hat ein umfangreiches Wissen und teilt es mit Euch! Die Workshops konzipiert sie mit euch nach euren Wünschen und Interessen.

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Buch “zero waste fashion design”

von Timo Rissanen und Holly McQuillan

 

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Nähkästchen, gefüllt mit Kurzwaren

Das Nähkästchen steht für Reparieren und Selbstwirksamkeit.
Zu früheren Zeiten, als Bekleidung teuer war, kümmerten sich die Menschen in besonderem Maße um sie. Hatte ein Textil ein Loch, wurde es geflickt oder gestopft. Abgegangene Knöpfe wurden angenäht. In Japan war ein Kleidungsstück sogar besonders wertvoll, wenn es viele Jahre alt und sehr oft geflickt worden war. Es wurde von Familienmitgliedern über Generationen hinweg vererbt und immer instand gehalten.

Wenn man es genau betrachtet, sind die Textilien, die wir heute kaufen, noch genauso wertvoll. Doch durch die unguten Herstellungsbedingungen können sie besonders billig verkauft werden. Jeder und jede von uns muss sich fragen, ob diese Zustände durch den Neukauf eines Textils weiter unterstützt werden dürfen. Oder ob es nicht für alle lohnenswerter wäre, die Textilien, die wir bereits besitzen und lieben, durch schonende Handhabe und Reparatur so lange wie möglich zu erhalten. Auch wir können Techniken erlernen wie Sticken, Patchen oder Umnähen. Es gibt bereits zahlreiche Möglichkeiten wie Repariercafés oder Anleitungen im Internet.

IDEE:
Eröffnet einfach selbst eine Reparierwerkstatt – vielleicht auch nur für einen Tag?! In der Schulbibliothek, im Vereinshaus oder in einem leerstehenden Ladengeschäft. Ladet Freund:innen ein und stopft eure Socken einen Nachmittag lang, esst Kekse und trinkt Kaffee nebenbei!
Reparieren macht Spaß, stärkt das Selbstbewusstsein und ist sogar politisch! Denn wer nichts kauft, unterstützt damit nicht nur nicht das ausbeuterische kapitalistische System, sondern tut sogar noch etwas gegen die Müllberge, die durch den Überkonsum entstehen.

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Wertschöpfungskette der Kindermarke “RUDIS”

Fast alle Textilien, die wir heute kaufen können, haben einen unsinnig langen Weg zurückgelegt. Die Modefirmen geben meist nur ungenügende Informationen zu den Stationen der Produktionskette. Es ist also gar nicht nachvollziehbar, in welchen Ländern und Kontinenten mein Kleidungsstück bereits war, bevor ich es im Laden in der Hand halte. Eine solche Herstellungsweise darf nicht mehr zeitgemäß sein, weil die Erde diese Verschwendung nicht aushält.

Doch es geht auch anders! Die Kindermarke RUDIS  von lokaltextil hat in einem umfangreichen Prozess alle Produktionsschritte sichtbar gemacht. Einzig der Anbau der Biobaumwolle in der Türkei ist nicht zu sehen. Ab der Herstellung des Garns  könnt ihr alle Betriebe mit Namen und Fotos kennenlernen. Dazu erfahrt ihr Interessantes zum Rohstoff Baumwolle und zu den einzelnen Schritten der Herstellung eines T-Shirts. Die Verpackung ist aus ökologischem Graspapier gefertigt. Zur Pflege gibt es ebenfalls genaue Hinweise. Die Texte sind in leicht verständlicher Sprache verfasst. Es wurde wirklich versucht konsequent an alles zu denken und das macht eine große Freude.

Viel Spaß beim Entdecken!

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Handschaufel, Gartengerät

Eine Schaufel brauchen wir, wenn wir einen Textilgarten anlegen. Ein Textilgarten – wozu?
Hier ein paar Ideen und Argumente zum Nach- und Selbermachen:

  1. Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass Fasern wie Baumwolle oder Flachs aus Pflanzen gewonnen werden. Pflanzen wachsen in der Erde. Man kann mit ihnen einen Garten anlegen.
  2. Auch die Farbe der Textilien war zu früheren Zeiten pflanzlichen Ursprungs. Irgendwann erfanden die Menschen künstliche Farbstoffe und konnten damit effektiver färben, weil der Farbstoff in großen Mengen hergestellt werden kann und zu jeder Jahreszeit verfügbar ist. Aber das Färben mit Pflanzen ist weiterhin möglich. Wir können sie in unserem Garten anbauen und sehen wie sie wachsen. Nach dem Ernten können wir Textilien damit färben. Sehr spannend!
    Verweis auf Bibliothek Tisch 6: sevengardens
  3. Wenn wir Faserpflanzen und Färbepflanzen in einem Garten anbauen, können wir Menschen dahin einladen und mit ihnen über Kleidung sprechen. Das macht Spaß und ist ungemein interessant! Die Menschen werden nie wieder vergessen, woher unsere Kleidung eigentlich kommt. Vielleicht entscheiden sie nun bewusster, ob sie sich ein neues Teil kaufen und aus welchem Material.
  4. Wir können uns im Garten vor Augen führen, dass Fasern hier bei uns wachsen und manche auch verarbeitet werden können. So passierte es viele Jahrhunderte zuvor. Erst durch die Möglichkeit, Waren per Containerschiff oder Frachtflugzeug um die Erde zu schicken, schien das auf einmal klug und rentabler. Aber ist es das überhaupt? Wäre es nicht preiswerter und gesünder, Fasern überall vor Ort anzubauen und auch zu verarbeiten – ohne die weiten Transportwege? Ein Gedanke für die Zukunft!
  5. Wer gärtnert, bekommt einen Blick für Gartenflächen. Plötzlich sind überall Beete. Oder Böden, wo Beete entstehen könnten. Vor dem Haus, auf dem Schulhof, neben der Haltestelle…
    Unser Geheimtipp: Habt immer ein paar Samen in eurer Jackentasche und lasst sie an geeigneten Orten fallen. Die heimischen Textil- und Färbepflanzen sind unser Klima und oft auch karge Böden gewohnt und wachsen auf Brachen. Oder warum nicht auch auf einer Verkehrsinsel?! Werdet zu Aktivist:innen des urban gardenings und tragt zu mehr biologischer Vielfalt bei.
  6. Viele der heimischen Faser- und Färbepflanzen sind für Insekten eine wichtige Nahrungsquelle. Hanf zum Beispiel ist eine Bienenweide. Die Brennnessel ist ein wichtiger Ort für die Raupen des Kleinen Fuchs‘ oder des Tagpfauenauges. Beobachtet doch mal in eurem Textilgarten, der übrigens auch auf dem Balkon entstehen kann, welche Pflanzen von welchen Tieren besucht werden.

Wir sind mittlerweile Expert:innen für das Anlegen von Textilgärten. Informiert euch hier.

Habt ihr Fragen oder wollt ihr mit dem Garten starten und braucht Hilfe? Ihr möchtet uns für einen Workshop buchen? Meldet euch bei uns! hallo@lokaltextil.de

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Tauschladen Telemannstraße

 

Dieser Aushang weist auf das Nachbarschaftsprojekt Tauschladen Telemannstraße in Leipzig hin. Hier haben sich Nachbarinnen eines Wohnviertels zusammengeschlossen und in dem ungenutzten Vereinsraum eines Hochhauses einen Tauschladen eröffnet. Der Laden ist einmal wöchentlich geöffnet. Alle Menschen können kostenlos Dinge abgeben oder mitnehmen, die nicht mehr gebraucht werden und zu schade zum Wegwerfen sind. Im Laden ist alles geordnet und nach Größen sortiert.
Die Betreiberinnen des Ladens sind Ehrenamtliche, das heißt, sie bekommen kein Geld für ihre Arbeit. Sie sind Aktivistinnen, denn sie sind überzeugt von der Wichtigkeit des Ladens und niemals müde, dies in vielen Gesprächen zu erklären. Hier findet ihr den Tauschladen.

IDEE:
So einen Tauschladen könnt ihr auch eröffnen! Dazu braucht es noch nicht einmal einen Raum. Schließt euch zusammen und veranstaltet zum Beispiel einen Tauschmarkt. Oder betreibt ein Tauschregal an eurem Arbeitsort oder in der Schule. Wichtig ist nur, dass es Menschen gibt, die sich um den Zustand des Ortes kümmern. Ihr werdet sehen, es macht Spaß zu Tauschen oder auch einfach nur zu Schenken!
Und nebenbei habt ihr etwas Gutes für die Umwelt und die Gesellschaft getan. Ungezügeltes Kaufen hat der Welt nichts als Umweltverschmutzung und Unglück beschert. Es ist an der Zeit, neue Formen des Konsums auszuprobieren, zumal das Meiste in unseren Haushalten schon vorhanden ist, oft doppelt und dreifach.
Die gute Nachricht: Schenken und Tauschen befreien und machen glücklich.

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Das Gehirn – Tiefenwissen

 

Fashion Revolution Germany

Die Bewegung entstand als Reaktion auf den Einsturz des Textilbetriebes Rana Plaza 2013. Sie umfasst viele Initiativen, die sich für einen ökologischen, sozialen und nachhaltigen Wandel in der Textil- und Modebranche einsetzen. Dieser Wandel wird über Bildungsveranstaltungen, Kampagnen und Aktionstage angestrebt.

WE ARE FASHION REVOLUTION, der Podcast von Fashion Revolution Germany: „Nachhaltiges Styling. Wie shoppen im eigenen Kleiderschrank gelingt“ .

 

SZ-Magazin

„Das kleine Blaue“ – Selbstversuch von Meike Winnemuth. Sie trug ein Jahr lang jeden Tag das gleiche blaue Kleid. Zum Nachahmen geeignet!


Reality Check
Workshopformat von lokaltextil

Wir wollen unsere Kleidung pflegen und weiterverwenden, so lange es geht. Auf Online Kanälen wie Instagram oder Youtube gibt es mittlerweile Unmengen an Tutorials für Upcycling-, Reparier- und Änderungsideen. Scheinbar total easy! Wir machen den Reality Check. Wir testen aus, wie machbar die Anleitungen sind und ob sie sich in unseren Alltag integrieren lassen. Wir checken aus, was wirklich benötigt wird, um aus einer Decke eine Jacke zu machen, aus einem Kleiderständer einen Hochwebstuhl oder aus einem Kinderstrumpf ein Ärmelbündchen.
Für einen Workshop bei Euch, fragt uns an! hallo@lokaltextil.de

 

Kleider-Bibliothek

Wie Bücher in einer Bibliothek kann man auch Bekleidung leihen. Fashion Changers haben eine Liste erstellt über Plattformen, die dies ermöglichen. Meist zahlt man eine monatliche Gebühr und kann dann Textilien und Accessoires für eine bestimmte Zeit ausleihen. 

Bibliotheken gibt es übrigens auch für Dinge! Wenn ihr eine Nähmaschine braucht, müsst ihr sie nicht gleich kaufen. Etliche Stadtbibliotheken und Vereine bieten mittlerweile einen solchen Service an. Hier beispielsweise die Bibliothek der Dinge in der Stadtbibliothek Dresden.

 

Fashion Changers

Fashion Changers sehen sich als „Zuhause für alle, die den Status Quo der Modebranche verändern wollen. Die Modebranche ist eine mit vielen Problemen – von ökologischen Auswirkungen über prekärste Arbeitsbedingungen bis zu kultureller Aneignung oder fehlendem Antirassismus – es gibt vieles zu besprechen. Und zu transformieren. Mit Fashion Changers leisten wir einen Beitrag dazu.“ (zit. https://fashionchangers.de/about/, zuletzt abgerufen 19.04.2024)

Die Modeaktivistinnen veranstalten Konferenzen und sind Herausgeberinnen eines Magazines. Sie klären auf über die Missstände in der Modebranche und stellen alternative Ideen für die Zukunft vor. Werft mal einen Blick in ihre Leseempfehlungen.

Ihr fragt Euch, welche Labels nun aber wirklich fair und ökologisch sind, wenn doch einmal etwas neu gekauft werden muss. Hier eine Liste dazu.

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Portemonaie FREITAG

Die Brüder Markus und Daniel Freitag sind echte Pioniere in Sachen Kreislaufwirtschaft und Langlebigkeit. 1993 starten sie ihre erste Taschenreihe, produziert aus gebrauchten LKW-Planen. Seitdem hat sich das Sortiment ausgeweitet. Mittlerweile werden nicht nur Taschen, Portemonaies oder Rucksäcke aus recycelten Planen gefertigt, sondern auch Handyhüllen aus ausgedienten Skischuhen und Rucksäcke aus Airbags. Die Firma FREITAG besticht durch ihre Konsequenz in allen Bereichen. Neu ist der Leihservice für Reisetaschen und Lastenfahrrädern in manchen Städten. Das finden wir absolut zeitgemäß und nachahmenswert und eigentlich für jede Produktion unumgänglich.
Werft einmal einen Blick in das FREITAG-Manifest.

FILM:
Lernt die sympatischen Brüder hier kennen.

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Tasche aus recycelten Fasern von SOEX

In Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt steht das größte Sortier- und Recyclingwerk für Altkleider und Schuhe der Welt. Auf einer Fläche von 16 Fußballfeldern werden hier an die 360 Tonnen Alttextilien pro Woche verarbeitet. Die gesammelten Textilien werden von Hand sortiert und in 300-400 Produktkategorien unterteilt. All das dient dem Ziel: Gebrauchte Textilien zu 100 Prozent im Produktkreislauf zu halten – und damit Ressourcen zu schonen und Abfall zu vermeiden.
60 Prozent der Ware erhält auf diesem Wege ein zweites Leben und geht in den Second-Hand Markt.

SOEX ist ein Partner von lokaltextil. Hier findet ihr mehr Informationen zum Unternehmen.

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Bibliothek

Fashion of the Century

Ingrid Loschek

Eine Chronik der Mode des 20. Jahrhundert
Ingrid Loschek versammelt in diesem Werk ihr umfangreiches Wissen zu Jedem Jahr des vorangegangenen 20. Jahrhundert. Dadurch erklären sich aufkommende Stile und Trends, die Entstehung von Marken, Modelabels und Modephänomenen auf multidimensionale Art und Weise. lokaltextil – Aktivistin Eva Howitz empfiehlt dieses Nachschlagewerk jeder Person die sich eingehender mit den Moden auseinander setzen und insbesondere dem Warum der heutigen Moden auf den Grund gehen möchte.

Silke Geppert

Mode unterm Kreuz

Kleidung besteht aus Zeichen, Dresscodes, die eine Zuordnung zu Stand, Beruf und Geschlecht ermöglichen. Kleiderordnungen regelten streng, was von wem getragen werden durfte und was verboten war. Im Mittelalter war das ein wichtiges gesellschaftliches Werkzeug, mit dem sich der Adel von seinen Untertanen abhob. “Mode unter dem Kreuz” befasst sich mit der Beziehung der Zeitmode und der Heiligentracht im 14. und 15. Jahrhundert. Besondere Beachtung finden die Darstellungen der hochmodischen Kleider der reichen und schönen Patrizierin aus Magdala – Maria Magdalena.

INDIGO

Kerstin Neumüller und Douglas Lubanko

In diesem Buch lernen wir welche verschiedenen Pflanzen den wunderschönen blauen Indigofarbstoff in sich tragen. Wie und wo die Pflanzen wachsen und angebaut werden können. Wann Sie geerntet werden und wie wir an den Farbstoff gelangen. Die Faszination Indigo wird mit Hilfe des Buches faktenreich und aktivierend untermauert. Auch das Bildmaterial ist sehr ansprechend.

Das grosse Bilderlexikon der Mode

Kybalova Ludmila, Olga Herbenova, Milena Wachtel, Joachim Lamarova

Für alle Personen die tiefer in die Welt der Geschichte und Mode bzw. des Kostümes abtauchen möchten, ist das Bilderlexikon sehr zu empfehlen. Hier finden sich umfangreiche Informationen zu allen Epochen. Der erste Teil befasst sich mit der Kostümgeschichte beginnend im Altertum bis ins Jahr 1960 des letzen Jahrhundert. Der zweite Teil intensiviert das Wissen über den Formenwandel von Accessoires, Frisuren und Kleiderteilen. Es handelt sich um viele schwarz weiße Abbildungen und weniger farbige Bildbeispiele.

Dresdener Kunstblätter 4/2019 – Paraderäume

Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Die Kostbarkeiten der Rüstkammer, des Kunst­gewerbe­museums, der Gemälde­galerie Alte Meister und der Porzellan­sammlung machen im Zusammen­wirken mit den wieder­erstandenen Prunk­räumen und ihren originalen Ausstattungen und Möbeln aus dem heutigen Dresdener Residenz­schloss einen Ort, der wie seit 1719 mit den prunk­vollsten Königs­schlössern Europas konkurrieren kann.

Reclams Mode- und Kostümlexikon

Ingrid Loschek

IEin Nachschlagewerk, dass für die fünfte Auflage komplett überarbeitet, aktualisiert und mit zahlreichen neuen Artikeln und Abbildungen ausgestattet wurde: Nach einem Überblick über die Geschichte der Mode erklärt der Band rund 2000 Begriffe und stellt 300 internationale Modeschöpfer in Kurzbiographien vor.

Die Welt der Stoffe

Kassia St Clair

Ein Buch voller Wissen. Von Seite zu Seite und Kassia St Clair füttert den textilen Wissenshunger. Es ist ein echtes Geschenk in „Die Welt der Stoffe“, auch zum Thema Wolle zu einzutauchen. Wikinger, die mit Hilfe von Wollsegeln schon weit vor Christopher Columbus Amerika entdeckten! Wussten wir nicht. Sehr interessant und hiermit eine Leseempfehlung.

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T-Yarn Knäuel

T-Yarn (englisch, gesprochen tie jarn) ist die Abkürzung für T-Shirt Yarn. Auf deutsch übersetzt:  T-Shirt-Garn.

Herkömmliche T-Shirts bestehen aus Baumwolljersey. Baumwolle wird in diesem Fall nicht gewebt, sondern gestrickt. Schaut euch einmal euer T-Shirt unter einer Lupe an. Ihr werdet sehen, dass es wie die Fläche eines Strickpullovers aussieht, nur in ganz klein. Jersey wird gestrickt, weil so ein weicher und elastischer Stoff entsteht.

Wenn das T-Shirt zerschlissen und kaputt ist, muss es auf keinen Fall weggeschmissen werden. Eine Möglichkeit der Weiterverwendung ist das Erzeugen von T-Yarn. Der T-Shirt-Stoff wird in Streifen geschnitten und wie dickes Garn zu einem Wollknäuel aufgerollt. Mit dem Garn kann nun wieder gestrickt, gehäkelt oder gewebt werden. Hier eine Anleitung.

Das T-Yarn-Knäuel auf dem Tisch wurde von uns aus einem gebrauchten Spannbetttuch gefertigt. Im Anschluss haben wir es mit Avocadokernen und -Schalen gefärbt. Bald soll es zu einem Teppich verwebt werden.

Mittlerweile gibt es einige Firmen, die sich der Herstellung von T-Yarn widmen und diese weltweit  zum Verkauf anbieten. Angeblich werden die Garne zu 100% aus recycelten Textilien und unter ethischen Bedingungen hergestellt. Versucht man auf den Internetseiten der Firmen genauer herauszufinden, welche Betriebe und Zulieferer an welchen Orten beauftragt werden, verlieren sich die Informationen in einem Gewirr aus Webseiten und Links. Sehr intransparent, wie wir finden. Es erweckt bei uns den Verdacht auf Verschleierung von Informationen und darauf, dass mit einer eigentlich so sinnvollen Idee wieder nur Profit gemacht werden soll, zu dem Preis schlechter Produktionsbedingungen und unnötigen CO2-Emissionen.

Wir empfehlen euch daher, die Garne selbst herzustellen. Sammelt T-Shirts und Spannbettlaken in Nachbarschaft und Bekanntenkreis, geht in Tausch- und Umsonstläden und sammelt die Ware, die niemand mehr so richtig haben will. So geht unserer Meinung nach echte Ressourcenschonung!

T-Yarn ist ein wunderbares Material. Künstler:innen und Textildesigner:innen wie Tao Pibernat entwickeln tolle Arbeiten aus ihm. Schaut selbst.

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Webseite Shelter Suit

Shelter Suit (englisch, gesprochen schelter sjut) heißt wörtlich übersetzt Obdach-Anzug, ein schützender Anzug, im Sinne eines tragbaren Zufluchtsortes.

Bas Timmer aus den Niederlanden hat einen Schlafsack entwickelt, der gleichzeitig eine wind- und wasserdichte Jacke ist. Er steckt in einem Rucksack und kann unkompliziert überall mit hingenommen und zum Schlafen ausgebreitet werden. Damit hilft er vor allem Wohnungslosen, also Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben und im Freien schlafen müssen. Sie erhalten den Shelter Suit kostenlos. Finanziert wird dies über Spenden an die Organisation.

Der Shelter Suit wird aus gebrauchten Textilien gefertigt, von Menschen, die vor Krieg und Armut geflohen sind und in den Niederlanden einen Zufluchtsort und bei Bas Timmer einen Arbeit gefunden haben.

Ein Shelter Suit verleiht einer wohnungslosen Person Würde und Schutz. Die Herstellung erfolgt mit größter Sorgfalt.

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FRAGEN

Wie entsorgt man Kleidung richtig?

Gibt es preiswerte Alternativen zu Fast Fashion?

Ist Second Hand shoppen nachhaltig?

Was kann jede Person tun, um Produktionsbedingungen zu verbessern?